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Was will der Film?
Der Pelikan befasst sich mit der These, dass die Grundsätze der Menschenrechte nicht natürliche Konsequenzen
menschlichen Seins sind, sondern kulturelle Leistungen, die stetig von neuem erfunden und erkämpft werden müssen.
Er erzählt eine Geschichte, in deren Verlauf deutlich wird, dass die individuelle Grundlage, die zu systematischem
Machtmissbrauch und schliesslich auch zur Folter führt, nicht nur in einigen besonders abartigen, pervertierten
Unmenschen vorhanden ist. Den "Tätern" eigen ist eine Persönlichkeitsstruktur, die sie zu unauffälligen, nützlichen
und verlässlichen Mitgliedern der Gesellschaft macht. Ihre "sadistischen" Fähigkeiten stehen ihnen nicht ins Gesicht
geschrieben. Sie handeln auf Grund von psychologischen Grundvoraussetzungen, die in allen Menschen vorhanden sind.
Ob Einzelne diese Grundlagen grob missbräuchlich oder gar verbrecherisch einsetzen, ist unter anderem wesentlich eine
Frage der gesellschaftlichen und politischen Kultur innerhalb derer sie tätig sind.
Im Pelikan werden solche grundsätzlichen Gedanken nicht explizit ausgeführt oder verkündet. Der Film erzählt einfach
eine Geschichte und spricht die Zuschauenden gerade deshalb auf der emotionalen Ebene an. Dadurch wirkt er
beklemmend und verunsichernd. Er erzeugt Betroffenheit. Als Zuschauer nehmen wir Einblick in eine Verhörsituation, in
deren Verlauf die Grenze zwischen Macht und Machtmissbrauch verschwimmt. Denn der verhörführende Beamte zeigt
in seinem Verhalten, dass sich Machtmissbrauch und sensible, kreative Menschlichkeit nicht gegenseitig ausschliessen
müssen. Dies wirkt verstörend. Und genau an diesem Punkt zeigt sich das Potenzial des
Films. Er kann und soll überall dort Betroffenheit auslösen und Diskussionen ermöglichen, wo Menschen mit dem
vielschichtigen Thema in unkonventioneller Weise konfrontiert werden sollen.
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