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Zu "chützlig" (Filmprojekt in der Lehrerbildung):
Unmittelbar nach Beginn der gemeinsamen Dreharbeiten zeigte es sich nämlich, dass
sich die Gruppe durch ein aussergewöhnliches Mass an Kreativität auszeichnete. Bereit
zum kritischen Diskurs, experimentierfreudig, offen, wagemutig und mit der Fähigkeit,
persönliche Betroffenheit zu riskieren und zu zeigen, gingen die Beteiligten zur Freude
der beiden Lehrer ans Werk. Gemeinsam einigten sich alle Beteiligten auf folgendes
Vorhaben:
Die Arbeit sollte unter den Arbeitstitel "Liebe/Nähe/Gewalt" gestellt werden. Für die
Studentinnen war klar, dass ein Film sein Publikum nur dann bewegen kann, wenn auch
die Autorinnen grundsätzlich aus Betroffenheit heraus zu ihren Aussagen kommen.
Wenn sie es wagen, sich auszusetzen.
Der Film wurde im Grenzbereich von Dokumentarfilm und Spielfilm angesiedelt. Fiktive
Szenen wurden darin dargestellt und filmisch umgesetzt. Trotz oder gerade dank der
Fiktionalität spiegeln diese Szenen den ganz persönlichen Erfahrungshintergrund der
Teilnehmerinnen.
Als weiteres zentrales Gestaltungselement beschloss die Gruppe, Passanten auf
der Strasse zum Thema zu befragen. Diese Passanten wurden dann aber zu ihrer
eigenen Überraschung nicht nur interviewt, sondern darüber hinaus in Spielsituationen
verwickelt. Auf diese Weise waren sie "gezwungen" zu spontanem Mitagieren - unter
der sichtbaren Präsenz unserer Kameras. Als drittes, inhaltlich- gestalterisches
Element, einigten sich die Autorinnen darauf, auch selbst in Form von Interviews
Stellung zu nehmen zum Geschehen im szenischen Spiel und auf der Strasse. So wurde
gewissermassen eine Klammer produziert, mit der die beiden anderen Elemente in der
Nachbearbeitung verbunden und zu einer formal- inhaltlichen Einheit verschweisst
werden können.
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